Bevor du beginnst

Diese Quest darf in deinen Alltag passen

Du kannst heute anfangen oder einen ruhigen Starttag auswählen. Ein Tag darf länger als vierundzwanzig Stunden dauern. Wenn du eine Aufgabe auslässt, machst du später einfach mit dem nächsten Tag weiter. Es gibt keine verlorene Serie.

Du brauchst nur einen Ort für kurze Notizen. Das kann Papier, eine einfache Notiz auf dem Handy oder das Journal in myDailyQuest sein. Schreibe so knapp oder ausführlich, wie es gerade gut geht.

Jeder Questtag enthält eine normale Aufgabe und eine kleine Version. Beide zählen vollständig. Die kleine Version ist für Tage gedacht, an denen Zeit, Kraft oder Ruhe fehlen.

Tag 1

Hol das Offene aus deinem Kopf

Heute musst du noch nichts lösen. Du sammelst nur, was gerade innerlich Platz braucht. Dazu gehören Aufgaben, Entscheidungen, Erinnerungen und kleine Dinge, die immer wieder auftauchen.

Stelle dir zehn Minuten. Schreibe alles ungeordnet auf. Halte danach bewusst an, auch wenn dir noch mehr einfällt. Markiere anschließend höchstens drei Punkte, die in den nächsten sieben Tagen wirklich Aufmerksamkeit brauchen.

Deine Aufgabe Erstelle eine offene Sammelliste und markiere höchstens drei wichtige Punkte für diese Woche.

Kleine Version

Schreibe nur die drei Dinge auf, die gerade am lautesten in deinem Kopf sind. Du musst noch nichts markieren.

Abschlussfrage: Welcher Gedanke fühlt sich schon etwas leichter an, seit er aufgeschrieben ist?

Tag 2

Schau auf deine echte Kraft

Planung beginnt oft bei der Frage: „Was muss ich schaffen?“ Heute beginnst du anders. Du schaust zuerst darauf, was bereits in deinem Tag steckt und wie viel Kraft ungefähr verfügbar ist.

Notiere deine festen Termine, Wege und notwendigen Aufgaben. Ergänze Dinge, die leicht unsichtbar werden, zum Beispiel Essen, Körperpflege, Betreuung, Gespräche oder Erholung nach einem anstrengenden Termin. Schätze dann deine heutige Kraft als niedrig, mittel oder hoch ein. Es geht nicht um Genauigkeit. Es geht um eine ehrlichere Ausgangslage.

Deine Aufgabe Schreibe: „Heute ist bereits voll mit __________. Meine Kraft ist ungefähr __________. Deshalb plane ich zusätzlich höchstens __________.“

Kleine Version

Wähle nur eines der drei Wörter: niedrig, mittel oder hoch. Lass dieses Wort heute bei deiner nächsten Entscheidung mitsprechen.

Abschlussfrage: Was würdest du heute anders planen, wenn deine verfügbare Kraft genauso wichtig wäre wie deine Aufgaben?

Tag 3

Wähle eine Hauptsache

Wenn alles wichtig ist, bleibt der Kopf im Wechsel zwischen Aufgaben hängen. Heute entscheidest du dich für eine Hauptsache. Sie muss nicht die größte oder unangenehmste Aufgabe sein. Sie soll den Tag, die Woche oder dein inneres Gefühl spürbar entlasten.

Schau auf deine Liste von Tag 1 und auf deine Kraft von Tag 2. Frage bei jedem wichtigen Punkt: Was passiert, wenn er heute liegen bleibt? Was wird leichter, wenn ich ihn beginne oder abschließe? Wähle danach genau eine Sache.

Formuliere den ersten sichtbaren Schritt. Aus „Unterlagen ordnen“ wird zum Beispiel „Den Ordner auf den Tisch legen und die erste fehlende Unterlage notieren“.

Deine Aufgabe Wähle eine Hauptsache und arbeite für einen vorher festgelegten, überschaubaren Zeitraum am ersten sichtbaren Schritt.

Kleine Version

Bereite nur den Einstieg vor. Öffne das Dokument, lege das Material bereit oder schreibe die erste Frage auf.

Abschlussfrage: Hat die klare Auswahl entlastet oder zusätzlichen Druck gemacht? Was möchtest du daraus für morgen mitnehmen?

Tag 4

Beobachte einen Moment ohne Urteil

Heute geht es nicht ums Verbessern. Du wählst einen alltäglichen Moment und beschreibst ihn so, wie er war. Das kann der Start in den Morgen, eine Pause, ein Griff zum Handy, ein Spaziergang oder der Übergang in den Feierabend sein.

Notiere die Situation, dein Gefühl und deine Handlung. Vermeide Wörter wie „faul“, „schlecht“ oder „undiszipliniert“. Sie bewerten, erklären aber wenig. Schreib lieber konkret: „Nach dem Termin war ich angespannt. Ich habe mich aufs Sofa gesetzt und dreißig Minuten gescrollt.“

Deine Aufgabe Vervollständige drei Sätze: „Passiert ist __________. Gefühlt habe ich __________. Danach habe ich __________.“

Kleine Version

Notiere nur ein Gefühl und eine Handlung aus demselben Moment.

Abschlussfrage: Welche andere Erklärung ist neben deinem ersten Gedanken noch möglich?

Tag 5

Mach eine Sache leichter

Manchmal braucht es nicht mehr Motivation, sondern weniger Reibung. Reibung ist alles, was den Anfang unnötig schwer macht. Ein Gegenstand fehlt. Der erste Schritt ist unklar. Eine Entscheidung muss jedes Mal neu getroffen werden. Oder eine Aufgabe liegt an einem unpassenden Zeitpunkt.

Wähle eine kleine Sache, die du regelmäßig tun möchtest oder oft aufschiebst. Suche dann nur nach einer Erleichterung. Lege etwas sichtbar bereit. Formuliere den ersten Schritt genauer. Verschiebe die Aufgabe an einen passenderen Zeitpunkt. Oder entscheide, dass die kleinere Version reicht.

Deine Aufgabe Verändere deine Umgebung so, dass eine hilfreiche Handlung leichter oder eine unerwünschte automatische Handlung etwas weniger bequem wird.

Kleine Version

Lege genau einen benötigten Gegenstand bereit oder entferne genau eine kleine Ablenkung aus dem Blickfeld.

Abschlussfrage: Welche Stelle war bisher schwer, obwohl die eigentliche Handlung klein ist?

Tag 6

Schütze einen kleinen Teil deines Tages

Klarheit besteht nicht nur darin, zu wissen, was du tun willst. Sie zeigt sich auch darin, wofür gerade kein Platz ist. Heute schützt du einen kleinen Zeitraum, eine Grenze oder ein Bedürfnis.

Das kann bedeuten, eine Anfrage nicht sofort zu beantworten, einen Termin mit genug Wegzeit zu planen oder nach einer anstrengenden Aufgabe zehn freie Minuten zu lassen. Es kann auch bedeuten, eine optionale Aufgabe bewusst von heute zu entfernen.

Deine Aufgabe Formuliere eine konkrete Grenze: „Heute schütze ich __________, indem ich __________.“ Setze sie in einer kleinen Situation um.

Kleine Version

Sage bei einer neuen Anfrage nicht sofort zu. Antworte: „Ich schaue kurz nach und melde mich.“

Abschlussfrage: Was wurde durch die Grenze möglich, auch wenn sie sich zunächst ungewohnt angefühlt hat?

Tag 7

Nimm nur das Hilfreiche mit

Heute musst du die Woche nicht bewerten. Du schaust zurück und wählst aus. Vielleicht war eine Aufgabe überraschend hilfreich. Vielleicht hat etwas gar nicht gepasst. Beides ist eine brauchbare Rückmeldung.

Lies deine Notizen einmal durch. Markiere einen Moment, in dem du mehr Klarheit hattest, und einen Moment, in dem zusätzlicher Druck entstanden ist. Wähle dann einen einzigen Schritt, den du in der nächsten Woche wiederholen möchtest.

Deine Aufgabe Beantworte: „Behalten möchte ich __________. Verändern möchte ich __________. Mein nächster kleiner Schritt ist __________.“

Kleine Version

Wähle nur eine Sache aus der Woche, die du noch einmal ausprobieren möchtest.

Abschlussfrage: Was weißt du jetzt etwas genauer über deinen Alltag, ohne daraus eine feste Regel über dich zu machen?

Nach der Quest

Du brauchst keine zweite, strengere Runde

Die Quest ist kein Programm, das du lückenlos wiederholen musst. Lass die Notizen einige Tage liegen. Wenn du möchtest, wähle danach eine Übung, die dir geholfen hat. Nutze sie einmal pro Woche oder genau dann, wenn sie gebraucht wird.

Wenn du nichts beibehalten möchtest, ist auch das eine klare Antwort. Vielleicht brauchst du gerade weniger Beobachtung und mehr freien Raum. Ein hilfreiches Werkzeug darf wieder verschwinden, wenn seine Aufgabe erfüllt ist.

myDailyQuest kann dir einen Ort geben, an dem To-dos, Kalender, Gewohnheiten, Gefühle, Journal und Notizen verbunden bleiben. Du kannst die Quest aber vollständig ohne App durchführen.